Migrantischer Widerstand im Hamburg der 1990er Jahre extd.

Wanderausstellung
06.07.2026 bis 15.07.2026

Auf zwölf Wandtafeln wird antifaschistischer, antirassistischer und selbstorganisierter Widerstand von Migrant:innen, Geflüchteten und Jugendlichen in den 90er Jahren im Raum Hamburg und darüber hinaus veranschaulicht.

Als Wandzeitung von dem Hamburger Soziologen und Aktivisten Gürsel Yildirim konzipiert, dokumentiert die Ausstellung unter anderem die Proteste von Migrant:innen nach den rassistischen Brandanschlägen in Mölln (1992), Solingen (1993) und Lübeck (1996), die Kämpfe von Geflüchteten gegen Zwangsumverteilung und für Bleiberecht sowie erinnerungspolitische Kämpfe in Folge rassistischer Morde. Wir freuen uns sehr am 07. Juli 2026 mit dem Kurator persönlich über die Hintergründe der Ausstellung und was wir aus Strukturen von damals für heutige Widerstandskämpfe lernen können zu sprechen.

Die Wandtafeln basieren auf über Jahre gesammelten Materialien von Gürsel Yıldırım: Fotos von Demonstrationen und Kundgebungen, Streiks von Migrant:innen und Geflüchteten. Sie zeigen Flugblätter, Plakate und Zeitungsartikel. „Es geht um den Widerstand von Menschen“, sagt Yıldırım, „die als politische Subjekte ihren Platz in der Gesellschaft
fordern.”

Gürsel Yıldırım gehörte in den 1990er Jahren dem Migrant:innenkollektiv an, das von 1995 bis 2000 die Zeitschrift köXüz als Plattform für Migrant:innen und Geflüchtete herausgab. Seitdem arbeitet Gürsel Yıldırım in der antirassistischen Erinnerungsarbeit. Ein besonderes Augenmerk legt er dabei auf die Umbenennung von öffentlichen Plätzen im Gedenken an die Opfer von rechter Gewalt. Er ist in der Hamburger Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci aktiv.

Die Wanderausstellung “Migrantischer Widerstand im Hamburg der 90er Jahre” ist in Kooperation mit der Internationalen Kunstfabrik Kampnagel entstanden und wurde von der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Initiative STADT MIT COURAGE gefördert.