Memorys und Verbindungs– und Verhältniswörter und heiliger Ernst

Ausstellung: Leonie Nagel feat. Bonk4∞
13.05.2026 bis 21.06.2026

Institutionell über– und praktisch unterdeterminiert: der Kunstraum. Die Sperrigkeit der Signifikanten “Kunst” und “Raum” lockert den formalen Abstand zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Enttäuschung darüber ist vielleicht die bessere Institutionskritik (zmd. jetzt, vor allem in Deutschland). Die Institution setzt sich ja bekanntermaßen voraus (auch in der Zeit) und ihr Einsatz ist immer mindestens ein Sprachlicher. Hier setzen Leonie Nagel feat. Bonk4∞ an. Sie suchen das Spiel mit der Institution in einer vorbereiteten Umgebung, dessen maximal schwache Regel die Verbindung (oder Assoziation, wenn es nicht so klassenverräterisch klänge) zwischen Wörtern und Bildern und Körpern ist. Präpositionen und Konjunktionen bilden Verhältnisse im Raum und eine Ordnung, die nicht wirklich ordnet, sondern Voraussetzung sein möchte zur eigenständigen Orientierung, Positionierung und Bezugnahme in der Welt. Sein Grundriss ist eine acht memoryspiellange Verbindungslinie zwischen Recklinghausen und deutscher Naturfolklore. In diesem Raum “unterrichten“ Bonk und Nagel ein Seminar als Seminar an einer Universität, d.h. als eine Konstellation von Regeln, Erwartungen, Haltungen und dem nicht Intendierten.

Leonie Nagel ist Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In raumbezogenen Installationen arbeitet sie mit unterschiedlichen Medien (z.B. Fotografie, Zeichnung, Text, Erzählungen, massenproduzierte Alltagsgegenstände, Video) und beschäftigt sich mit abstrakten Ordnungssystemen, oft mit konkretem Bezug zur Organisierung von Zusammenleben. Zuletzt zeigte sie ihre Arbeiten im Kunstverein Nürnberg-Albrecht Dürer Gesellschaft, bei sis123 La Chaux-de-Fonds und den Kunstsammlungen Zwickau. 2026 ist sie unter anderem bei Ausstellungen im n.b.k. Berlin und im Kunstbunker Nürnberg vertreten. 2021 - 2024 war sie als Honorarkraft in der Klasse für Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig tätig. Nach weiteren Lehraufträgen war sie 2025 - 2026 künstlerische Mitarbeiterin in der Klasse von Prof. Andrea Büttner an der Akademie für bildende Künste München. Seit 2022 organisiert sie in einer Gruppe den Raum Cittipunkt e.V. in Berlin mit. Mit der Spielformation KERFE (Micha Bonk, Leonie Nagel und alle, die mitmachen) entstand 2024 der Film „Echte Sonnen“ auf dem Abenteuerspielplatz Forcki. Für 2026 ist mit KERFE ein Projekt an einer Berliner Schule geplant. 

Die Ausstellung öffnet nach Vereinbarung. Bitte melden unter kunstraum@leuphana.de