Júlia Ayerbe (w/ Dandara Catete) - Conversations on the Bed

Performance
30. Mai 2024, 18 Uhr

Diese Performance ist Teil der Performance Reihe INSIDE WOUNDS

Júlia Ayerbe erforscht die Bedeutungs des Betts in der Kunstgeschichte. Sie interessiert sich dafür, wie behinderte Gemeinschaften Strategien, Strukturen und Allianzen erfanden, um aus einem der wenigen Räume heraus, die ihre Körper bequem beherbergen konnten, künstlerisch produktiv zu sein. In Krankenbetten sind die Beziehungen zwischen Vertikalität und Horizontalität, Stehen, Sitzen und Liegen, nicht so ausgeprägt. Es sind eher amorphe Situationen mit einer eigenen Orthopädie. Die Künstlerin Dandara Catete sammelt Matratzen auf der Straße und nimmt sie mit in ihr Atelier. Dort form die Catete die Matratzen zu Skulpturen mit einer eigenen Körperlichkeit und teils monströsen Skatologie. Conversations on the Bed ist eine Videoperformance von Júlia Ayerbe und Dandara Catete, ein Dialog über die Anziehung zu Matratzen und die Geschichten, die sie erzählen können.

Júlia Ayerbe arbeitet im Bereich der zeitgenössischen Kunst mit Themen im Zusammenhang mit Behinderung, Feminismus und redaktionellen Praktiken. In Brasilien arbeitete sie als leitende Redakteurin am Museum Pinacoteca de São Paulo (2010-2016). Darüber hinaus kollaborierte sie mit Institutionen wie Casa do Povo, Sesc, Prêmio Indústria Nacional Marcantônio Vilaça und Museu da Imagem e do Som zusammen, um nur einige zu nennen. Sie war Gründungsmitglied des unabhängigen Verlags Edições Aurora / Publication Studio São Paulo (2014-2018). Seit sie in Madrid lebt (2017), hat sie Projekte für europäische Institutionen wie CA2M, Galerias Municipais de Lisboa, Haus der Kulturen der Welt, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Sophiensaele, Tabakalera entwickelt. Sie hat Essays in Kulturzeitschriften wie Utopia Revista de Crítica Cultural, A*Desk und Nossa Voz veröffentlicht. Sie ist Doktorandin an der Universidad Complutense de Madrid (UCM) und arbeitet mit einem Stipendium der La Caixa Foundation an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst und Behinderung. Sie ist eine Aktivistin für Behindertengerechtigkeit in der kollektiven Sickness Affinity Group (SAG).

Dandara Catete erforscht in ihrer Arbeit mit Haushaltgegensänden und anderen Objekten der Intimität und des täglichen Lebenes poetische Lesarten des Alltäglichen. Sie lebt und arbeitet zwischen Rio de  Janeiro und Madrid, wo sie unter anderem mit OTR Espacio de Arte, Tabacalera Promoción del Arte, ABM Confecciones und UFRJ kollaborierte. Auch in den USA und der UK hat sie Projekte mit der Ezra and Cecile Zilkha Gallery, dem Davison Art Center und der University of Manchester realisiert. Parallel zu ihrer künstlerischen Arbeit organisiert sie das Kunst und Musik Festival Jardim Suspenso in einem Favela in Rio. Sie hat sowohl an der Escola de Artes Visuais do Parque Lage in Rio de Janeiro, als auch an der Wesley University in Connecticut studiert und ist seit 2019 Teil der Comunidad de Madrid research group “En los márgenes del arte: Ensayando comunidades”. 2015 erhielt sie den Jessup Prize for promise in the field of Visual Arts und 2016 bekam sie die Residence Favela Criativa - Residência Artística e Mostra de Artes Jardim Suspenso.