Locher Chapter 3

From Paradise

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S.R.: Wenn wir jetzt über die Kunst gesprochen haben als Inspirationsquelle oder, manche mögen den Begriff nicht so sehr, Einfluss. Gab es Einflüsse von außerhalb des Kunstfeldes, also eher aus der Welt, aus der populären Kultur, die für dich einen Stellenwert eingenommen haben, vielleicht auch aus der Wissenschaft, aus der Psychologie, die für dich einen Stellenwert eingenommen haben und für dich irgendwo immer noch einen Reflexions-Part spielen in Deiner eigenen Arbeit?

T.L.:Also Du meinst jetzt Lebensbereiche, die nicht zur Kunst dazugehören, die nicht zur Theorie dazugehören?

S.R.: Doch, die können schon Theorie sein. Ich erinnere mich z.B. daran, dass Du immer sehr viel gelesen hast, was mir noch sehr fremd war zu der Zeit, sehr viel Lacan gelesen hast, sehr viel Psychologie, Gestalttheorie und solche Sachen. Hast Du Dich schon sehr früh dafür interessiert oder ist das erst später dazu gekommen?

T.L.: Das ist auch erst später dazu gekommen. Das kam erst in den ersten Jahren in Köln zum Repertoire. Aber da war ich auch nicht der einzige, der sich damit beschäftigt hat. Lacan hat ja noch einmal einen zweiten, dritten Frühling gehabt in den 80er Jahren, vor allem in der Kunstszene. Aus dem Populärbereich bin ich nie so attached gewesen, eher was die Verwendung von Materialien anbelangt. In der Wahl habe ich gerne versucht, diesen link zwischen ordinary language und ordinary object zu ziehen, und da muss man sich natürlich auch ein bisschen mit der Welt der Gegenstände beschäftigen, also mit der Dingwelt, das hat mich immer interessiert. Aber Musik z.B., obwohl ich ja auch Musik gemacht habe und in verschiedenen Bands gespielt habe, aber die Musik hat überhaupt gar keinen Einfluss auf mich gehabt.

S.R. Jetzt ist die prinzipielle Frage, sollen wir noch ein bisschen hier weiter machen oder sollen wir mal in einen anderen Raum gehen. Ja? Das findest du besser?



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