Koller Chapter 5

From Paradise

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S.R.: Wie würden Sie denn Ihren Bezug dazu Ihre tägliche Arbeit als Künstler beschreiben? Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus, wenn Sie sie ideal beschreiben?

J.K.: Tägliche Arbeit ist schwer zu beschreiben, meine tägliche Arbeit ist eine schwer beschreibliche Situation, denn ich denke über den Zusammenhang von Kunst und Leben, und wenn ich eine gute Idee habe, dann mache ich aus dieser Idee ein - nicht Kunststück, aber eine kulturelle Situation. Was ich sehe im Leben, was für mich wichtig ist, das fixiere ich vielleicht durch Fotografie oder durch Zeichnung oder mit anderem Medien, von denen ich denke, das sie die besten Medien für diese Idee oder für diese Situation sind. Das ist keine Atelierarbeit. Ich habe kein Atelier, ich habe nur Wohnung, ich habe nur einen Lagerraum für ältere Sachen und für Bücher und Zeitschriften; ich habe große Sammlungen alter Zeitschriften, und auch die älteren Objekte. Und in der Wohnung oder auf dem Balkon oder in der Küche mache ich auch einige Artefakte; nicht nur mit Fotosituationen, auch einige Artefakte, was ich fürher Anti-Bilder genannt habe und das ich jetzt gar nicht benenne. Das sind Bilder mit Zeichnungen, die für mich wichtig sind.

S.R.: Wenn Sie diese Situation, die Arbeitssituation betrachten von sich selbst, würden Sie sagen, dass sich diese Arbeitssituation grundsätzlich geändert hat zu den 60er Jahren, also jetzt von der Struktur der Arbeit?

J.K.: Nein.

S.R.: Und die Umgebung, der gesellschaftliche Kontext, wie würden Sie das bezeichnen? Wie hat sich das verändert im Verhältnis zu Ihrer eigenen Praxis?

J.K.: Die Umgebung ist besser für solche künstlerische Arbeit; die Umgebung ist breiter und jünger, und das ist auch für meine Arbeit, für meine Bewegung in der Kunstwelt besser als in der vorigen Zeit.

S.R.: Gut. Im Prinzip habe ich jetzt alle Fragen einmal durch. Und ich glaube, dass die Fragen alle sehr ergiebig beantwortet wurden von Ihnen. Jetzt ist die Sache, wenn Sie mit irgendwas aus Ihrem Gefühl heraus unzufrieden sind, möchten Sie irgendeine dieser Fragen noch mal beantworten oder möchten Sie noch etwas hinzufügen, was Ihnen ganz wichtig ist?

J.K.: Nein. Das war ganz genau.

S.R.: Dann bedanke ich mich.

J.K.: Danke auch.


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