Haacke Chapter 5

From Paradise

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S.R.: Nun möchte ich einen kleinen Sprung machen und möchte eine eher generalistische Frage stellen, bezogen auf Ihre Praxis: Können Sie so etwas wie ein Ziel benennen? Es hört sich immer sehr reduktionistisch an, aber können Sie ein Ziel benennen, eine Fluchtlinie, worauf Ihr Werk, Ihre Arbeit hinauslaufen soll?

H.H.: Das habe ich nie so verstanden, dass ich es als Ziel ansehen könnte und dann auch sagen »ich hab das Ziel verfehlt«, um es negativ auszudrücken. Ich vermute – und das ist wirklich nur eine Vermutung; vielleicht müsste man da mit einen Psychoanalytiker darüber reden, was daran ist – , dass ich auf das, was ich um mich herum sehe, was passiert, was ich aus der Zeitung erfahre und auch, was ich so lese und aus Gesprächen, dass das mich irgendwie beeinflusst, Dinge zu tun, die ich sonst nicht getan hätte. Es ist also eher eine Reaktion auf meine Umwelt, als dass ich zielstrebig etwas verfolge. Grundhaltung ist vielleicht – dass ich aus was für Gründen auch immer – , ich mich über bestimmte Dinge aufrege, sauer bin, und dann reagiere ich das auf diese Weise ab.


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