Bitomsky Chapter 1

From Paradise

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S.R. Wir sind zu Gast bei Hartmut Bitomsky, in Cal Arts, am 9.10.2004. Und der Anlass, mit Ihnen über filmtheoretische Fragestellungen zu sprechen, ist natürlich einerseits, dass das für uns selbst eine gewisse Selbstreflexion innerhalb des Films bedeutet, andererseits scheinen mir Ihre Filme, ihre Arbeit, Ihre theoretischen Schriften eine Form von Position darzustellen, die für mich gerade für diesen Film besonders interessant ist. Ihre Filme werden nicht als konzeptuell bezeichnet, aber im Rahmen unserer Produktion, in der Art, wie Ihre Filme gemacht sind, die Autorschaft betreffend oder die Verbindung von verschiedenen Medien, stellen besonders Ihre Filme eine Akzentuierung dar, wie man Filme nicht schießt, sondern Bilder nimmt. Das schien mir immer besonders interessant.

H.B. Bilder nimmt, zum Teil, ja, eher Bilder macht, würde ich sagen. Obwohl es das Bildernehmen auch gibt, und das ist für mich vergleichbar mit dem, was Duchamp gemacht hat, indem er Objekte, die er irgendwo vorgefunden hat, an eine andere Stelle platziert; und so kann vergleichsweise auch im Film arbeiten, indem man Bilder, Ausschnitte, Einstellungen aus Filmen, die jemand anderes gemacht hat, in einen neuen Kontext stellt, was man »found footage» nennt. Das ist eine Möglichkeit, mit Film zu arbeiten. Hat einen schönen Namen: Kompilationsfilme. Natürlich gibt es auch die andere Möglichkeit, diese Bilder selber zu machen, wobei man mit dem immer konfrontiert bleibt, was Duchamp Ready-mades genannt hat. Es gibt immer die Welt um uns herum, die mit ins Bild kommt, und sogar im Extrem eines Fiktionsfilms sind sozusagen die Darsteller Ready-mades, die existieren schon mal und existieren für sich und tauchen im Zusammenhang einer Story, einer Geschichte, eines imaginierten Events auf.


Hartmut Bitomsky »