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Sands Murray-Wassink

»Reflektionen und oppositionelle Kunst: Verantwortung, Ästhetik… Humor (Denn ohne Humor wäre die Arbeit tot)«

Vortrag

Donnerstag 10. Januar 2013, 18 h c.t.
Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg
Scharnhorststr. 1, Campus Halle 25, D-21335 Lüneburg

Sands Murray-Wassinks Malerei und insbesondere seine Performances verhandeln identitätspolitische Fragen unter Einsatz des »expliziten Körpers«. Damit stehen sie in einer Tradition der Performancekunst, die in den 1960er und 1970er Jahren eine wichtige Rolle spielte und die darauf zielte, die Grenzen zwischen Kunst und Leben zu verschleifen. Seine künstlerische Praxis basiert auf der Vorstellung vom Körper als »eigenem Territorium«, als Quelle, Material und Ausdruck von Selbstbestimmung, Spiritualität, Sinnlichkeit und Sexualität und ist stark beeinflusst von feministischen Künstlerinnen.

Murray-Wassinks sexuelle Orientierung als »weiblich-identifizierter« männlicher Homosexueller als auch sein psychischer Zustand als chronisch Manisch-Depressiver sind zentrale Themen in seinem Werk, das sich entlang seiner langjährigen Auseinandersetzung und aufgrund persönlicher Beziehungen mit Künstlerinnen einer älteren Generation entwickelte. In seinem Vortrag wird er über seine eigene künstlerische Praxis sprechen und über Künstlerinnen, die er als Wegbereiterinnen betrachtet: Carolee Schneemann, Hannah Wilke, Annie Sprinkle, Jo Spence, Adrian Piper.

»Therapie und (radikale, revolutionäre Formen des) Narzissmus, dies sind zwei Begriffe, ohne die es meine Arbeit nicht gäbe. Dabei handelt es sich um ein im biologischen Sinne männliches »Extrakt« oder um eine »Erlaubnis«, die ich aus der gründlichen und andauernden Beschäftigung mit feministischer Kunst (Performance / Body Art) erworben habe. […] In meiner Arbeit, ganz gleichgültig in welchem Medium, versuche ich zu synthetisieren, was ich aus dem Studium feministischer Kunstgeschichte(n) gelernt und verinnerlicht habe. Dies betrifft vor allem Arbeiten aus der frühen, sogenannten »essentialistischen« Periode (im Unterschied zur konstruktivistischen »Ära«, die im Grunde nachfolgte …). Also Kunst, die sich wohl in der westlichen Welt konzentrierte, die aber nicht zwingend als ein Produkt dieses Westens betrachtet werden muss. Ich denke, dass eine essentialistische Entwicklung des biologisch-männlichen Koerpers in der Kunst notwendig ist, um patriarchale Systeme und patriarchale Vorherrschaft und Einschüchterung aufzuwiegen, sie auszubessern / aufzuweichen / auszuloeschen.« (Sands Murray-Wassink)

Der Vortrag in englischer Sprache findet im Zusammenhang mit dem Seminar »Performancekunst und ihre Tradierung« von Katrin Groegel statt (MA Arts and Sciences).

Sands Murray-Wassink (geb. 1974) wuchs in den USA auf und lebt seit 1994 in den Niederlanden. Er studierte am Pratt Institute in Brooklyn, NY sowie an der Rietveld Academie und de Ateliers in Amsterdam. Bisher unterrichtete er am Goldsmiths College University of London, Zürcher Hochschule der Künste, Bergen Academy of Art and Design, de Ateliers und Rietveld Academy in Amsterdam. In der Vergangenheit hat er u.a. mit seiner ehemaligen Dozentin Carolee Schneemann sowie mit Elke Krystufek zusammen gearbeitet. 2007–2008 zeigte Lothringer 13 / Städtische Kunsthalle München sein Werk in einer Retrospektive. Murray-Wassinks Arbeiten werden derzeit im Performance-Videoarchiv re.act.feminism gezeigt, das 2011–2013 durch Europa tourt.

Weitere Informationen unter: http://www.sands1974.com